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Spazier mit mir

Baukultur-Spaziergänge durch die Innenstadt von Klagenfurt.

Die Stadt Klagenfurt feiert heuer ihr 500-jähriges Jubiläum. Das Architektur Haus Kärnten lud am Freitag, den 8. Juni 2018 im Rahmen der diesjährigen Architekturtage zu drei Spaziergängen, um ihre Baukultur näher zu erleben.

Entwicklung, Organisation: Gordana Brandner-Gruber für das Architektur Haus Kärnten.

Innenhöfe und Arkaden:

Das südliche Flair erhielt die Klagenfurter Innenstadt von italienischen Baumeistern, die sich für
 die Renaissance-Gebäude und ihre Arkadenhöfe verantwortlich zeichnen. Viele wurden saniert und neuen Nutzungen zugeführt, von denen ausgewählte besucht werden.

Architektur – Neues im Alten entdecken:

In der Klagenfurter Altstadt finden sich auch vorbildlich geplante Neubauten, Umbauten oder Dachausbauten – von der klassischen Moderne bis zu zeitgenössischen Architektureingriffen.
 Entdecke spannendes Neues im Dialog zum Alten.

Spielraum Stadt:

Wo und wie haben Kinder früher gespielt? Wo bietet die Stadt heute freien Raum zum Spielen und Toben? Mit dem Verein ARCHITEKTUR_SPIEL_RAUM_KÄRNTEN entdecken Kinder von 6 bis 12 Jahren die Freiräume der Stadt als Spielräume.

 

 

 

WHY NOT … together

Im Sommersemester 2018 entwickelten Architekturstudierende unter der Leitung von Professor Alex Hagner der Fachhochschule Kärnten Planungsideen für eine Liegenschaft im Stadtteil Waidmannsdorf in Klagenfurt. Die geplanten Nutzungen für die leerstehenden Räume wie eine Kegelbahn und ein Bauernhaus mit Stadel umfassen Werkstätten, Begegnungs-, Lern- und Büroräume für Menschen mit wenig oder keinen finanziellen Ressourcen. Die Ideen sind in einer Ausstellung in der Kegelbahn noch bis Anfang Oktober zu besichtigen.

Ansprechpersonen:

Arch. Alex Hagner, Professor für Soziales Bauen an der FH Kärnten

Arch. Gordana Brandner-Gruber, Lektorin der FH Kärnten

 

Workshop „Wohnen, Nachbarschaft und öffentlicher Raum“

Bei der Zwischenpräsentation des Integrationsleitbildes Kärnten unter dem Titel „Wohnen, Nachbarschaft und öffentlicher Raum“ am 12. Mai 2016 im Architektur Haus Kärnten waren Fachleute für Raumordnung, Architektur und Integration geladen Feedback und Ideen einzubringen.

Vortragende Integrationsleitbild:

Nadine Ruthardt, Referat für Flüchtlingswesen und Integration der Kärntner Landesregierung

Marika Gruber, wissenschaftliche Begleiterin des Integrationsleitbildes, Studienbereich Wirtschaft & Management der Fachhochschule Kärnten.

Gäste:

Barbara Frediani-Gasser, Architektin & Vertreterin der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten
Marcel Leuschner, Flüchtlingskoordinator Diakonie Kärnten
Peter Nigst, Architekt & Studiengangsleiter FH Kärnten Fachbereich Architektur
Elias Molitschnig, Architekturschaffender, Gemeinderat Klagenfurt & wissenschaftlicher Mitarbeiter FH Kärnten, Fachbereich Architektur
Hartwig Wetschko, Kommunales Bauen, Gemeinden und Raumordnung, Landesregierung Kärnten
Egon Jusner, Rechtliche Raumordnung, Gemeinden und Raumordnung, Landesregierung Kärnten

Moderation: Florian Kerschbaumer, Zentrum für Friedensforschung und Friedenspolitik, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Konzeption & Organisation: Gordana Brandner-Gruber

Vorschläge u.a.:

  • Wohnbauträger sollten Vorschläge erarbeiten, wie die Wohnquartiere mit alten und jungen, ansässigen und zugezogenen BewohnerInnen durchmischt werden könnten und Integration gefördert werde.
  • Eine Realisierung hätte dann Chancen, wenn die Wohngebäude gelungene, neue Typologien wie Hofhäuser entstehen würden und eine echte Alternative zu Einfamilienhäusern wären, wofür Mittel von Landesseite bereit gestellt werden.
  • Begegnungsräume sollten ab einer entsprechenden Dichte von den Wohnbauträgern mitfinanziert werden.
  • Außerdem wurde zur Diskussion gestellt, wie es durch leichte Adaptierungen zu interessanten neuen Wohnformen kommen könnte.
  • Ein Vorschlag war auch, dass 1 bis 2 Prozent der geförderten Wohnraumversorgung Pilotprojekte sein könnten, die neue Formen des leistbaren Wohnens testen.

Mehr unter https://architektur-kaernten.at/suche?text=integrationsleitbild

Asylsuchende in die Ortsmitten!

Österreich würde ohne Zuwanderung schrumpfen. Die meisten Flüchtlinge zieht es nach einem positiven Asylbescheid in die größeren Städte, dorthin wo der Wohnraum aber knapp ist. Hingegen stehen immer mehr Gebäude in kleineren Siedlungsmitten leer, hier insbesondere in den Dorf- und Kleinstadtzentren. Die Potenzialanalyse „Asylsuchende in die Ortsmitten!“ beleuchtet die Möglichkeiten, wie Zuwanderung zur Aktivierung und Attraktivierung der österreichischen Orts- und Kleinstadtkerne beitragen kann.

Sie wirft zuerst den Blick auf die Unterbringungspraxis in Flüchtlingsquartieren, die der Öffentlichkeit kaum zugänglich sind. Anhand einer Beleuchtung der Situation im Bundesland Kärnten werden Formen der Unterbringung und einige Beispiele vorgestellt. Der Hauptteil befasst sich mit Vorzeigebeispielen, die Wohnen und Begegnung in neuer Form ermöglichen. Es sind sozialräumlich innovative Projekte für das Zusammenleben und Neunutzen von Leerstand, die jedoch fast alle im urbanen Raum oder den Nachbarländern umgesetzt wurden. Doch lässt sich daraus für die Ortskerne der ländlichen Räume in Österreich lernen, die wieder zu urbaner Atmosphäre zurückfinden sollen. Letztendlich werden dafür notwendige räumliche Strategien für Länder und Gemeinden vorgestellt.

Die Potenzialanalyse will motivieren und informieren, welche Räume ein friedvolles und respektvolles Zusammenleben in Vielfalt von Anfang fördern, und zwar politisch Verantwortliche, allen voran Bürgermeisterinnen und -meister, Gemeinderäte und Verwaltung sowie Baukulturschaffende wie Architektinnen, Raumplaner oder Expertinnen für Integration und Inklusion oder private Initiativen und Personen, die die Flüchtlinge betreuen. Das erworbene Wissen soll ermutigen, viele innovative Projekte in Österreichs Orts- und Kleinstadtmitten umzusetzen.

Download Potenzialanalyse: Potenzialanalyse-Asylsuchende in die Ortsmitten

Autorin: Gordana Brandner-Gruber
Projektbearbeitungszeitraum: 2016-2017
Gefördert vom Bundeskanzleramt Österreich

Das etwas andere Hotel

„Stay open-minded“ war das Motto des Vortrags über magdas Hotel am Wiener Prater, Österreichs erstes Hotel der Caritas. Das soziale Unternehmen heißt Gäste und Flüchtlinge gleichermaßen willkommen und beschäftigt Personen aus 16 Nationen. Magdas Hotel steht für einen ungewöhnlichen Planungs- und Entwicklungsprozess, für prämiertes Upcycling-Design und für betrieblichen Erfolg. Der Vortrag und die anschließende Diskussion fanden am 25. Feber 2016 im Architektur Haus Kärnten statt, zu dem der Verein KALT UND WARM lud, der Baukultur in Seen- und Thermenregionen fördert und alternative Konzept aufzeigt.

Eine Kooperation des Vereins KALT UND WARM mit dem Architektur Haus Kärnten und starke Orte. Gordana Brandner-Gruber konzipierte und moderierte den Abend und schrieb die Dokumentation.

www.magdas-hotel.at
www.kalt-warm.org
www.architektur-kaernten.at

Asylsuchende bauen Radständer

Seit vielen Jahren wohnen AsylwerberInnen in der Marktgemeinde Moosburg in Kärnten. Durch die Flüchtlingsbewegung der letzten Monate und Jahre sind es derzeit rund 60 Personen, das sind 1,2 Prozent der Bevölkerung. Die Integration ist eine Aufgabe, die nur gemeinsam geschafft werden kann. Deshalb engagieren sich schon seit einigen Jahren mehrere Moosburger Bürgerinnen vorbildhaft und ehrenamtlich für Deutschkurse für AsylwerberInnen, die in der Gemeinde wohnen. Ein weiteres Integrationsprojekt ist die Entwicklung von neuen Radständern für den Hauptplatz. Begleitet wird das Projekt von ehrenamtlich tätigen MoosburgerInnen. Damit wollen die AsylwerberInnen ihre Bereitschaft zeigen, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen.

Asylsuchende sind in ihren Quartieren auf das Warten beschränkt. Der Arbeitszugang ist für sie komplex geregelt und sehr eingeschränkt möglich. Kaum jemand kann arbeiten, außer in kleineren Tätigkeiten für Gemeinden. Das bietet auch eine Chance, zumal viele Gemeinden Nachholbedarf in ihrer atmosphärischen Qualität haben. Hier soll es eine gute Kombination geben: Menschen, die Beschäftigung suchen und Gemeinden, die Verbesserungen suchen. Was fehlt ist die gestalterische Qualitätssicherung, dass nicht „gut gemeint und schlecht gemacht“ sondern „gut gemeint und gut gemacht“ herauskommt.
Die Menschen aus den Asylquartieren lernen die räumlichen Anliegen und komplexen Gegebenheiten der Gemeinde und auch der Arbeitskultur kennen: Durch Spaziergänge und Gespräche erkunden sie den Ort, stellen Vergleiche zu ihren Heimatorten und setzen die kleine Bauaufgabe im öffentlichen Raum unter fachlicher Anleitung um. Dabei geht es um das konstruktive Tun, das aufeinander Zugehen und gegenseitige Verständnis. Die neuen Gäste werden bewusst in das Gemeindegeschehen eingebunden, um Missverständnisse zu beseitigen und Hemmschwellen abzubauen.

TeilnehmerInnen: Ali, Haider, Madina, Mohamed, Moustafa u.a.
Projekteitung: Gordana Brandner-Gruber & Gerlinde Hiebl
Tischler: Franz Jäger, Moosburg
Sachsponsoring: Max Sereinig, Rudolf Stingl
Auftraggeber: Eigeninitiative, in Kooperation mit der Marktgemeinde Moosburg
Projektzeitraum: Oktober 2015 bis April 2016

Langer Tag der Flucht 2015

Zum ersten Mal beteiligte sich der Tonhof in Maria Saal unter dem Titel „sinnvoll warten – tua eppas“ am Programm des „Langen Tages der Flucht“. Dieser fand am Freitag, den 25. September 2015 in ganz Österreich zum vierten Mal statt und ermöglichte Einheimischen, Flüchtlingen und Asylsuchenden wieder, bei unterschiedlichen kostenlosen Veranstaltungen mehr über den jeweils „Anderen“ zu erfahren. Bereits in den 1960er Jahren verstand sich der Tonhof als vermittelnder Ort zwischen Landbevölkerung und Kunstschaffenden der Wiener Avantgarde. Hier gingen auch Literaturgrößen wie Thomas Bernhard, Christine Lavant, Peter Handke oder Peter Turrini ein und aus. Mit der Veranstaltung positionierte er sich – unter der engagierten Leitung von Stefan Schweiger – einmal mehr als Ort der kulturellen Begegnung.

Rund fünfzig Besucher – couragierte Einheimische und Asylsuchende aus der Region Mittelkärnten – folgten der Einladung und versammelten sich im Stadel des Tonhofs, wo die informative Ausstellung „Fluchtraum Österreich“ als Impuls zum zweiten Mal in Kärnten zu sehen war. Die zahlreichen Gäste aus Kärnten, Syrien, Afghanistan, der Ukraine, Georgien oder dem Kongo versammelten sich um den großen Tisch, auf dem die dreizehn raumanalytischen Kartographien und kritisch-argumentativen Essays lagen, die sich „mit unterschiedlichen Maßstäben der Flucht in Österreich“ beschäftigen. Die neuartige Ausstellung, die Architekturstudenten der Technischen Universität Wien unter der Leitung der jungen Architekten Nina Valerie Kolowratnik und Johannes Pointl erarbeiteten, zeigten unter anderem konstruktive Ideen für die Wartezeit auf. Der Student Osama Almughanni war als Gast geladen sein Projekt „Die Architektur des Wartens“ persönlich vorzustellen. Er präsentierte als mögliche Lösung, um die Wartezeit aktiv zu verbringen, eine Onlineplattform: Durch Eingabe des jeweiligen Ortes soll ein kleinräumlicher Austausch zwischen den Einwohnern und den dort lebenden Asylwerbegästen erfolgen.

Danach wechselten die Besucher in die geheizten Räumlichkeiten des altehrwürdigen Tonhofgebäudes zur Diskussion, welche Tätigkeiten während des Asylverfahrens Sinn machen. Ergebnis war, dass es auf Kleinigkeiten ankommt. So wurden Wünsche für diverse Aktivitäten geäußert, allen voran Deutschkurse besuchen, auch Radfahren lernen, Kochabende geben oder Kleider schneidern. Als Angebote wurden unter anderem formuliert: kleine Ausflüge organisieren, bei Behördenwegen begleiten oder Nachhilfeunterricht für Schulkinder geben. Der Abend endete stimmungsvoll mit syrischer Musik von Aref Omar, der auf seiner besonderen Laute spielte, mit gemeinsamem Essen und Austauschen untereinander, bevor es zum Lichtermeer vor dem Stadttheater nach Klagenfurt ging.

Projektträger: Verein Tonhof (Obmann Stefan Schweiger) und starke Orte, in Kooperation mit dem Architektur Haus Kärnten und Vobis – Verein für offene Begegnung durch Sprache.
Kuratierung: Architektin Gordana Brandner-Gruber

Stefan Schweiger, Obmann des Vereins Tonhof, Leiter der trigonale
Gordana Brandner-Gruber, starke Orte – Baukultur sichtbar machen
Eva Wobik & Laura Ippen, Vorstand Vobis – Verein für offene Begegnung und Integration durch Sprache
Raffaela Lackner, Geschäftsführerin Architektur Haus Kärnten )

AUFBAUENDES im Volkskino

Die Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten lud gemeinsam mit dem Architektur Haus Kärnten am 7. Mai 2015 zu einem besonderen Filmabend über Kärntner Baukultur ins Volkskino Klagenfurt. Als Auftakt der Architekturfilmtage 2015 wurden ausgewählte Kurzbeiträge der Sendung „AUFBAUEND“ gezeigt, die der ORF in den letzten zwei Jahren für „Kärnten heute“ produziert hatte. Bereichert wurden die 3×3 Beiträge durch Filmgespräche, in denen die wesentlichen Akteure unter der Moderation von Bernhard Bieche, Chefredakteur des ORF Kärnten, zu Wort kamen und Einblick in Entstehung, Prozess und Hintergründe ihrer Bauprojekte und Initiativen gaben. Der Abend gliederte sich in die drei Themenschwerpunkte Architektur, Technik und Baukulturvermittlung.
Eine Kooperation der Kammer der ZiviltechikerInnen für Steiermark und Kärnten und dem Architektur Hauses Kärnten. Mehr darüber hier.

Als Einstieg erzählten die beiden Kuratorinnen der Sendung AUFBAUEND, Barbara Frediani-Gasser und Gordana Brandner-Gruber, vom Entstehungsprozess. Es konnte der ORF für das Thema und die Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten als Sponsor gewonnen werden.

Jeder Staffel ging ein längeres Auswahlverfahren voran. Die Kammer sammelte bisher rund 200 Projekte, die in zehn relevante und wegweisende Kernthemen gegliedert wurden. Für jedes Kernthema schlugen die Kuratorinnen gemeinsam mit den Kammergremien Vorzeigeprojekte oder -initiativen sowie Interviewpartner vor und stimmten sie mit dem ORF ab, um die Bandbreite im Land zu zeigen. Horst Ebner leitete als erfahrener ORF-Kulturredakteur alle Beiträge redaktionell, die er als ansprechende Geschichten für die ZuseherInnen von „Kärnten heute“ aufbereitete.

Themenschwerpunkte Architektur, Technik und Baukulturvermittlung

Der gut besuchte Filmabend gliederte sich in die drei Themenschwerpunkte Architektur, Technik und Baukulturvermittlung. Die Beiträge über „Architektur“ behandelten das Bauen mit Holz als heimischen, ressourcenschonenden Baustoff, der bei Neubau und Umbau gleichermaßen Atmosphäre schafft. Die Volksschule Gnesau wartet nach dem Umbau mit heimeligen Holzklassen in Tanne, Fichte, Lärche und Zirbe auf. Zwei alte Stadel wurden durch Eigeninitiative in einen Kulturstadel in Maria Rojach und einen Tanzhof nahe dem Klopeiner See verwandelt. Und die beachtliche Holz-Wohnbauoffensive in Feldkirchen vor rund fünfzehn Jahren führte zur Errichtung einiger mehrgeschossiger Wohnanlagen aus Holz. Im darauf folgenden Filmgespräch sah Architekt Ernst Roth die Politik gefordert, bessere Rahmenbedingungen für die kostengünstige Umsetzung zu schaffen und den zunehmend erschwerenden Auflagen entgegenzuwirken. Manfred Probst erzählte als Initiator und Betreiber des Kulturstadels von der guten Auslastung des stimmigen Veranstaltungssaales. Und Herwig Seisser sprach sich als Politiker und ehemaliger Verantwortlicher der Feldkirchner Wohnbauinitiative einmal mehr für den regionalen Baustoff und seine innovative Einsetzung durch das Verfahren des Architekturwettbewerbs aus.
Der zweite Schwerpunkt „Technik“ zeigte Filmbeiträge über große Infrastrukturprojekte in Kärnten, die in den letzten Jahrzehnten gebaut wurden oder sich im Bau befinden. Beeindruckende technische Leistungen wurden beim Brückenausbau der Packautobahn, dem Ausbau des Pumpspeicherkraftwerks Reisseck II und dem Neubau der Koralmbahn ersichtlich. Tragwerksplaner Herbert Horn erörterte im Filmgespräch die Herausforderungen seiner hohen Brückenbauwerke über alpine Täler und plädierte dafür, dass gerade ingenieurtechnische Leistungen keinem Preisdumping unterliegen dürfen. Philipp Schumacher, der für den Ausbau des Pumpspeicherkraftwerks Reisseck II zu einer grünen Batterie im Berg mit verantwortlich zeichnet, führte das Ziel vor Augen, dass die alpine Großbaustelle auf 2.300 Meter Höhe nach ihrer Fertigstellung von außen fast nicht mehr zu erkennen sein werde. Karin Pöllinger berichtete von der Vermessung der grünen Wiese für die Trassenlegung der Koralmbahn bis zu ihrer Fertigstellung, bei der Geometer den Erdaushub wieder in Landschaft verwandeln.

Als dritter Themenschwerpunkt folgten Beiträge über erfolgreiche Initiativen für die Vermittlung von Baukultur. Das Architektur Haus Kärnten in Klagenfurt wurde mit seinen zahlreichen Aktivitäten ebenso vorgestellt wie „Technik bewegt“ und als letzter Beitrag der Architekturwettbewerb als Mittel zur Qualitätssteigerung. Raffaela Lackner berichtete als Geschäftsführerin des Architektur Hauses Kärnten im dritten Filmgespräch über Ausstellungen, Symposien, Workshops und Exkursionen. Christine Aldrian-Schneebacher konnte als Vorsitzende ihres Vereins Architektur_Spiel_Raum_Kärnten davon erzählen, wie sie Kindern und Schulklassen das Thema spielerisch näher bringt, zum Beispiel ziviltechnische Berufe mit dem Programm „Technik bewegt“. Und Architekt Werner Kircher, der für den Ausschuss der Architekturwettbewerbe in der Kammer verantwortlich ist, führte letztendlich die Vorteile dieses Prozesses vor Augen, den es in Kärnten zu stärken gilt. Damit könnte auch dem ziviltechnischen Nachwuchs ermöglicht werden sich mit den Etablierten zu messen, weil die beste geistig-schöpferische Leistung zählt.

Bevor es zu Getränken und Buffet ins Kino Café ging, bedankte sich Architekt Reinhard Hohenwarter, Vizepräsident der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten, bei allen Beteiligten und vor allem dem ORF für die vorbildhafte Auseinandersetzung mit Baukultur. Rund 260 ZiviltechnikerInnen-Büros mit durchschnittlich vier MitarbeiterInnen sind es in Kärnten, die sich um innovative und gleichzeitig regionalbewusste Planungen täglich dem internationalen Wettbewerb stellen. Ihre besten Ergebnisse sollen weiterhin in ORF-AUFBAUEND-Staffeln für die Bevölkerung sichtbar gemacht werden.)

Alle Beiträge sind unter www.ztkammer.at und www.architektur-kaernten.at abrufbar.

ORF-Serie AUFBAUEND

Die ORF-Sendereihe AUFBAUEND bereitete das Thema „Baukultur“ in fünf Staffeln für die Bevölkerung auf. Von 2013 bis 2017 präsentierte AUFBAUEND einmal pro Monat beispielhaft Gebautes in „Kärnten heute“, der täglichen Bundesländersendung des ORF.

Baukultur sichtbar machen

Die durch die Kuratorinnen und einen Fachbeirat ausgewählten Themen sind breit gestreut: Infrastrukturbauten mit ihren versorgenden und schützenden Funktionen bis zu positiven Entwicklungen von Gemeinden wie das Aufwerten der Innenstädte und Dorfzentren oder das Revitalisieren von Altbausubstanz gehören ebenso dazu wie Bauten mit speziellen Funktionen für Bildung, Kunst und Kultur. Wohn- und Arbeitsstätten oder auch das aktuelle Thema der Tourismusbauten, die mit der Natur- und Kulturlandschaft sensibel umgehen, werden gezeigt.

Umfassende und qualitätsvolle Planung zieht sich als roter Faden durch alle Beiträge. Die hohe Qualität der Leistungen von PlanerInnen – ob gestaltende, technische, wirtschaftliche, ökologische oder soziale Aspekte – und ihre Verantwortung für das Gemeinwohl werden sichtbar gemacht. In der Serie werden auch jene Prozesse und Strategien rund um das zukunftsfähige Bauen beleuchtet, die diese positiven Beispiele ermöglichten. Oft stecken engagierte Initiativen oder Einzelpersonen dahinter. AUFBAUEND stellt die wesentlichen Akteure in kurzen Interviews vor.

„Kärnten heute“ ist die meistgesehene Bundesland-heute-Sendung des ORF in Österreich. Mit 20 Prozent Reichweite sahen im Jahr 2013 täglich knapp 100.000 KärntnerInnen ihre lokale Fernsehsendung ab 19 Uhr in ORF2. Der ORF Kärnten hat durch die Ausstrahlung dieser Sendereihe eine Vorbildfunktion für ganz Österreich inne. Baukultur ist darin gut aufgehoben.

AUFBAUEND
ORF-Baukultur-Sendereihe für „Kärnten heute“ von 2013 bis 2017
Kuratorinnen: Architektinnen Barbara Frediani-Gasser & Gordana Brandner-Gruber
Verantwortlicher ORF-Kulturredakteur: Horst L. Ebner

starke Orte: Projektabwicklung im Auftrag der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten

Beiträge der 5 Staffeln abrufbar unter www.ztkammer.at

Staffel 1 (2013):

Architektur Haus Kärnten
Zwei neue Bürobauten für Infineon
Innenstadtbelebung von St. Veit/Glan
Brückenbauten der Packautobahn
Musikschule Klagenfurt
Velden am Wörthersee
Technik bewegt – Architektur_Spiel_Raum_Kärnten
Museum Liaunig
Pumpspeicherkraftwerk Reisseck II

Staffel 2 (2014):

Umbau Volksschule Gnesau
Klinikum Klagenfurt
Ortskernrevitalisierung Oberdrauburg
Holzwohnbauoffensive Feldkirchen
Kulturstadel Maria Rojach und Tanzhof Unterberg
Trassenführung Koralmbahn
Kleinwasserkraftwerke
Architekturwettbewerbe in Kärnten
Landesbaupreis Kärnten

Staffel 3 (2015):

Tourismusbauten am Weissensee
Grenzsteine – Vermessung
ZiviltechnikerInnen – Ausbildung, Praxis, Beruf
Wohnen und Arbeiten – Baugruppenprojekt am Lendkanal
Dorfkernentwicklung Moosburg
Bauen in der Kulturlandschaft
Sanierung von Altlasten
Nachverdichtung im Bestand
Die Kirche als Bauherrin

 

Kaiser Arnulf Erlebnisspielplatz

Das abenteuerliche Leben des Kaisers Arnulf ist Thema des neuen Spielplatzes auf der Schlosswiese in der Kärntner Gemeinde Moosburg, der durch Umbau des alten 2009 entstand. Leben wie ein Kaiser – das Moor mit den Ungeheuern überwinden, die Kletterburgen besteigen, mit der Seilbahn flüchten, ein Wikingerschiff erobern oder einfach thronen!

Leben wie ein Kaiser – Kaiser Arnulf Erlebnisspielplatz Moosburg
Kaiser Arnulf wurde den Geschichtsschreibern zufolge in der ehemaligen Festung Mosaburch um 850 als Sohn des späteren ostfränkischen Königs und Karolingers Karlmann geboren. Seine Kindheit verbrachte er auf der Mosaburch bei seiner Mutter, gut versteckt auf den drei Hügelanlagen Thurnerhügel, Rauthügel und Arnulfhügel inmitten des unwirtlichen Moores.

Dreißig Jahre später war er als Nachfolger seines verstorbenen Vaters Herzog von Kärnten und wurde am Herzogstuhl bei Maria Saal damit offiziell eingesetzt. Sieben Jahre später ernannte man ihn zum mächtigen Ostfränkischen Kaiser, und in seinen letzten drei Lebensjahren war er sogar römisch-deutscher Kaiser, das vom Papst verliehene höchste weltliche Amt im damaligen Europa. Er regierte nicht nur, sondern kämpfte unzählige Schlachten, zum Beispiel gegen die Normannen, die auf Beutezug waren und zu denen auch die Wikinger gehörten. Dieses besondere und für die Geschichte von Europa wirkungsvolle Leben, das in Moosburg begann, wird im neuen Kaiser Arnulf Erlebniskinderspielplatz sichtbar.

Die drei Hügel Thurnerhügel, Rauthügel und Arnulfhügel sind verkleinert als Graserdhügel gebaut, ebenso wie das unwirtliche Moor als Sandplatz. Daraus ragen der Moorwurm und der Moorfisch, beides geschnitzte Holzfiguren zum Beklettern und Bestaunen. Auch ein Wikingerschiff aus Holz schwimmt in diesem Moor, das stellvertretend für die Kämpfe gegen die Normannen steht und beklettert und bespielt werden kann.
Auf den drei Hügeln befindet sich jeweils etwas Besonderes. Auf dem Arnulfhügel steht die Arnulffeste als höherer Holzkletterturm ausgebildet, der verschieden schwer besteigbar und eher für größere Kinder geeignet ist. Auf dem Rauthügel befindet sich die alte karolingische Wohnburg, die ebenfalls begeh- und bekletterbar ist. Sie dient für die kleineren Kinder, die dort erste Erfahrungen mit Rutsche, Rohr, Seil, Netz und Balken in niederer Höhe machen können. Und auf dem dritten Hügel, dem Thurnerhügel, sind symbolisch drei unterschiedlich große Throne aus Holz angelegt – Herzog-, König- und Kaiserstuhl, die zum Sitzen, Verweilen und auch Beklettern einladen. Denn der bestehende Fußwanderweg „Rund um die Alte Moosburg“ führt direkt am Spielplatz vorbei.

Ideenwettbewerb 1. Platz 2008
Planung und Bauleitung in Kooperation mit nonconform.
Auftraggeberin: Marktgemeinde Moosburg, Betriebs- und Beteiligungs GmbH
Beteiligte Firmen, Fachleute u.a.: TÜV Austria Klagenfurt, Holzschnitzer Michael Vallant, Zimmerei Max Sereinig, obra Design, Erdbewegung Siegfried Legat, Gemeindebauhof (Hermann Legat)