Die Kultur des Bauens …

… meint den Teil unserer Kultur, der mit Bauen zu tun hat und eine lebenswerte Umwelt schafft. Der Sinn des Bauens ist die Schaffung von guten Lebensräumen für die Menschen und betrifft uns alle. Baukultur bedeutet, dass unsere Orte – ob Gebäude, Städte, Dörfer oder Freiräume – angenehm gestaltet sind und wir uns darin wohlfühlen. Dabei kommt es auf eine gerechte Verteilung an, wie die wertvollen Ressourcen Natur, Infrastruktur und Gebäudebestand zur Verfügung stehen.

„Baukultur ist keine Frage des Geldes, sondern eine Frage des Qualitätsanspruchs; also kein unbedingtes Mehr, sondern ein bewusstes Besser.“ *

Baukultur hat soziale, ökologische und ökonomische Aufgaben zu erfüllen und schließt die emotionale und ästhetische Dimension mit ein. Gute Ergebnisse führen zu höherer Lebensqualität und Identität für Regionen, Orte und Individuen. Weiterbauen und gerade Revitalisieren sollte immer eine Verbesserung zur Folge haben – durch intensives Nachdenken, aktives Beteiligen und vielschichtiges Planen. Baukulturaktivitäten finden jeden Tag statt und benötigen Wissen, Regeln und Prozesse. Niemand besitzt und baut für sich allein. Öffentliche oder private Bauherren sind sich dieser Verantwortung oft zu wenig bewusst.

Die Planung der zukünftigen Baukultur umfasst nicht nur die Disziplinen Architektur, sondern Ingenieurwesen, Freiraumplanung, Stadt- und Regionalplanung u.a.m. Wie Baukultur hergestellt und genutzt wird, kann auch als Ergebnis eines gesellschaftlichen Prozesses angesehen werden, der Werte und Ziele vorgibt und gut überlegt sein will. Baukultur setzt eine Gesprächskultur voraus. Die Qualität unserer Baukultur bewirkt schließlich auch die Qualität des gesellschaftlichen Austausches. Siehe Österreichischer Baukulturreport 2011, Bundeskanzleramt Österreich (Hg.), Wien 2011 www.baukulturreport.at/bkr_2011.

Warum soll man sich für Baukultur engagieren?

Baukultur betrifft jeden, weil wir uns zum großen Teil in gestalteter Umwelt aufhalten. Intensives Nachdenken und Planen kosten im Verhältnis zu der Ausführung eines Projektes wenig, tragen jedoch langfristig zu einem kulturellen Mehrwert bei. Starke Orte macht den baukulturellen Mehrwert für bestimmte Zielgruppen sichtbar und zeigt Gedachtes, Geplantes, Gebautes zur Inspiration – Projekte die ermutigen sollen, eigene Wege der Baukultur zu gehen. Wenn es um die gerechte Verteilung von Raum geht, sorgen öffentliche Diskussionen für mehr Transparenz und Ausgewogenheit.

„Eigentum verpflichtet zu Baukultur. Sein Gebrauch dient der Allgemeinheit.“ **

„Das Engagement für Baukultur ergibt aus Sicht vieler Teilnehmer an diesem Prozess Sinn: Private Bauherren können für sich die Basis für einen langfristigen Werterhalt oder Wert­zuwachs ihrer Investitionen schaffen. Die öffentliche Hand kann mit ihren Projekten zur Unverwechselbarkeit unserer Städte beitragen und damit Identität lokal und national stiften und Politiker können durch Initiativen Unzufriedenheitspotenzial aufnehmen, in produktive Bahnen lenken und auf diese Weise breite Zustimmung für Entwicklungen und Veränderungen erzielen. Für alle ist Baukultur ein Schlüssel, gesellschaftlichen und ökonomischen Mehrwert zu schaffen – Baukultur ist eine Investition in die Zukunft.“ Siehe: Baukulturbericht 2014/15 der Deutschen Bundesstiftung Baukultur www.bundesstiftung-baukultur.de

* Siehe Österreichischer Baukulturreport 2011, Bundeskanzleramt Österreich (Hg.), Wien 2011 www.baukulturreport.at/bkr_2011

** Siehe Zitat von Altbürgermeister Michael Pelzer der Gemeinde Weyarn in Bayern, anlässlich der LandLuft Baukulturgemeinde-Preisverleihung 2016 in Wien