Fluchtorte

Asylsuchende bauen Radständer

Seit vielen Jahren wohnen Asylwerber*innen in der Marktgemeinde Moosburg in Kärnten. Durch die verstärkte Flüchtlingsbewegung waren es 2016 rund 60 Personen und damit 1,2 Prozent der Bevölkerung. Eine Gruppe von Moosburger Frauen hielt ehrenamtlich Deutschkurse im Co Working Schallar_2. Zusätzlich entwickelten und bauten die Asylsuchenden in ihrer Wartezeit einen Radständern aus Holz für den Hauptplatz.

Idee & Projektleitung: Gerlinde Hiebl & Gordana Brandner-Gruber

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Asylsuchende sind in ihren Quartieren auf das Warten beschränkt. Der Arbeitszugang ist für sie komplex geregelt und sehr eingeschränkt möglich. Kaum jemand kann arbeiten, außer in kleineren Tätigkeiten für Gemeinden. Das bietet auch eine Chance, zumal viele Gemeinden Nachholbedarf in ihrer atmosphärischen Qualität haben. Hier soll es eine gute Kombination geben: Menschen, die Beschäftigung suchen und Gemeinden, die Verbesserungen suchen. Was fehlt ist die gestalterische Qualitätssicherung, dass nicht „gut gemeint und schlecht gemacht“ sondern „gut gemeint und gut gemacht“ herauskommt.
Die Menschen aus den Asylquartieren lernen die räumlichen Anliegen und komplexen Gegebenheiten der Gemeinde und auch der Arbeitskultur kennen: Durch Spaziergänge und Gespräche erkunden sie den Ort, stellen Vergleiche zu ihren Heimatorten und setzen die kleine Bauaufgabe im öffentlichen Raum unter fachlicher Anleitung um. Dabei geht es um das konstruktive Tun, das aufeinander Zugehen und gegenseitige Verständnis. Die neuen Gäste werden bewusst in das Gemeindegeschehen eingebunden, um Missverständnisse zu beseitigen und Hemmschwellen abzubauen.

Teilnehmer*innen: Ali, Haider, Madina, Mohamed, Moustafa u.a.
Projekteitung: Gordana Brandner-Gruber & Gerlinde Hiebl
Tischler: Franz Jäger, Moosburg
Sachsponsoring: Max Sereinig, Rudolf Stingl
Auftraggeber: Eigeninitiative, in Kooperation mit der Marktgemeinde Moosburg
Projektzeitraum: Oktober 2015 bis April 2016